Kita-Fachtag zum „Lebensort des Glaubens“

Bischöfliche Pressestelle/Yara-Marie Offers

Münster (pbm/ymo). „Unsere Kitas sind mehr als Orte der Betreuung”, erklärt Sandra Janssen,
Verbundleitung in den Pfarreien St. Franziskus, St. Marien und St. Josef. Sie schaut lächelnd in
die Gesichter der rund 120 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich am
frühen Morgen in der Aula der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) in
Münster versammelt haben. „Unsere Kitas sind Lebensorte des Glaubens”, sagt sie bestimmt.

Anlässlich dieses Themas kamen Mitarbeitende aus zehn Kitas des Pastoralen Raums Münster
Nord-West für den Fachtag „Kita als Lebensort des Glaubens“ zusammen.
Begrüßt wurden sie von Sandra Janssen und Stefanie Heider, Verbundleitung in der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser.

„Brauchen Kinder Religion?“ – so lautete der Fachvortrag von Prof. Dr. Georg Langenhorst, der
aus Augsburg zugeschaltet war. „Kinder können aufwachsen ohne Religion“, erklärte er und
betonte dabei bewusst das Wort „können“. Um zu verdeutlichen, warum Kinder „Religion
brauchen“, zog er einen Vergleich zur Musik: „Kinder können auch aufwachsen ohne Musik“,
sagte er. Doch dabei würde ihnen eine grundlegende menschliche Dimension fehlen. Ähnlich
verhalte es sich mit der Religion, schilderte Langenhorst. Das Religiöse sei eine
Grunddimension des Menschen, in der es um Wahrnehmung, Empfindung, Ausdruck und
Gestaltung von Wirklichkeit gehe. Sie gebe Raum für Sehnsucht, Hoffnung und Trost, indem
sie Möglichkeiten erahnen lasse, die über unsere Erfahrungswelt hinausgehen.

Die Workshops reichten von ernsten Themen, wie „Tod und Trauer in der Kita“ über Spiel und
Spaß mit „Godly Play“ bis hin zu musikalischen Angeboten mit dem Workshop „Neue religiöse
Lieder in der Kita“. Aus insgesamt neun Workshops konnten die Teilnehmenden zwei
auswählen.

Der Workshop „Godly Play“ wurde von Ines Wellering, Erzieherin aus Rheine und Godly Play
Erzählerin, geleitet. Auf dem Boden breitete sie ein Tuch mit Sand aus und stellte darauf
zahlreiche kleine, aus Holz geschnitzte Figuren in verschiedenen Positonen. Den
Teilnehmenden habe sie die Geschichte vom Volk Gottes in der Wüste mitgebracht. „Bist du
bereit für eine alte Geschichte?“ fragte sie, so wie sie auch die Kinder in der Kita vor dem
Erzählen der Geschichte immer fragt. Die Besonderheit beim Godly Play sei, dass sie während
sie die Geschichte erzähle, die Kinder nicht anschaue, erklärte die Erzieherin. Nach der
Geschichte stelle sie den Kindern Fragen, über die sie sich austauschen können – so tat sie es
auch im Rahmen des Fachtags an die Teilnehmenden ihres Workshops.

Die Idee, einen Fachtag zu veranstalten, hatten die beiden Verbundleiterinnen. Bei der
Organisation wurden sie unterstützt von Stefanie Auditor und Marcus Bleimann, die als
Ansprechpersonen für das Aktionsprogramm „Kita – Lebensort des Glaubens“ des Bistums
Münster tätig sind, sowie Pfarrer Sühling und Pastoralreferent Max Weiß. „Es freut mich,
meine Mitarbeitenden in einem anderen Setting zu erleben“, antwortete Stefanie Heider auf
die Frage, worauf sie sich an dem Fachtag am meisten freue. „Ich wollte ihnen einen schönen
Tag machen“, ergänzte sie. Gleichzeitig solle der Fachtag den Teilnehmenden auch als Blick
über den Tellerrand und als Möglichkeit dienen, sich zu vernetzen, betonte Sandra Janssen.

Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Yara-Marie Offers

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