Wir über uns

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien und St. Josef liegt im Norden von Münster in Westfalen, in den Stadtteilen Kinderhaus und Sprakel. Die Gemeinde zählt derzeit rund 10.000 Mitglieder und ist zum 30.09.2012 durch Fusion der vorherigen Gemeinden St. Josef-Kinderhaus und St. Marien-Sprakel entstanden.

„Kinderhaus" ist dabei der Name des Stadtteils, der seinen Ursprung der Sorge um die Leprakranken verdankt, die im Mittelalter als „hilflos wie Kinder" beschrieben wurden. Die sog. Aussätzigen lebten damals außerhalb der Stadtmauern an der Landstraße zwischen Münster und Greven, in einem eigenen, teils wegen der Ansteckungsgefahr von einer Mauer umgebenen Bereich. Lange Zeit standen die Hl. Gertrud und die Hl. Elisabeth wegen ihrer Sorge um die Kranken für die Kinderhauser Gemeinde, bis Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen im Jahr 1672 den hl. Josef zum Schutzpatron für die Kinderhauser Gemeinde bestimmte. Die St. Josefs-Kirche in Kinderhaus mit dem daneben stehenden Lazarus-Häuschen bilden zusammen sozusagen die Keimzelle der Kinderhauser Gemeinde und des Stadtteils Kinderhaus insgesamt. Im Lazarushäuschen stehen zwei Skulpturen von Gertrud und Lazarus, die so die Erinnerung an die Leprakranken wach halten sollen. In einem Opferstock wird noch heute Geld für die Leprakranken in aller Welt gesammelt.

Sprakel ist mit knapp 3.000 Einwohnern der nördlichste und kleinste Stadtteil von Münster. Die früheren Bauernschaften Sprakel und Sandrup gehörten von 1040 bis 1903 zur Pfarrgemeinde Liebfrauen-Überwasser. Nach der politischen Neugliederung der Stadt Münster im Jahr 1903 wurde auch das Pfarrgefüge in Münsters Norden neu geordnet. Dabei kam Sandrup zur im Jahr 1908 neu gegründeten Pfarrei Kinderhaus, Sprakel wurde 1904 nach Gimbte umgepfarrt, wo es bis 1937 verblieb. Die Sprakeler und Sandruper Bürger aber wollten eigene Gottesdienste und eine eigene Kirche. So erreichten sie zunächst, dass ab 1929 wöchentlich die hl. Messe in einem Klassenraum der alten Schule von Kapuziner-Mönchen gelesen wurde. Ein im selben Jahr gegründeter Kirchbauverein erhielt danach die Erlaubnis, eine eigene Kirche zu bauen, die im Jahr 1934 der Rosenkranzkönigin geweiht wurde. Drei Jahre später, im Jahr 1937, wurde Sprakel dann Pfarrrektorat der Pfarrei Kinderhaus. 1949 wurde Sprakel zur selbstständigen Pfarrei erhoben und erhielt den ersten eigenen Pfarrer. Die wachsende Zahl der Bevölkerung und der Gläubigen erforderten bald den Ausbau kirchlicher Einrichtungen. So wurden 1969 der katholische Kindergarten, 1975 das Pfarrzentrum Marienheim und 1977 die neue Kirche St. Marien gebaut.

Weitere Details zur Pfarrkirche St. Josef und der Historie der Gemeinde St. Josef in Kinderhaus finden sie hier, die Historie der Gemeinde St. Marien in Sprakel ist in der verlinkten pdf-Datei (4 MB) von Herrn Prof. Dr. Elmar Lange nachzulesen.

Im Logo der Gemeinde St. Marien und St. Josef werden die beiden Kirchen der Gemeinde, einerseits die Pfarrkirche St. Josef in Kinderhaus mit dem Lazarus-Häuschen, andererseits die St. Marien-Kirche in Sprakel abgebildet.

Bereits seit 2001 bestand eine Seelsorgeeinheit zwischen den damaligen Gemeinden St. Josef-Kinderhaus und St. Marien-Sprakel. Im Laufe von über 10 Jahren gingen dann beide Gemeinden behutsam und offen aufeinander zu und entwickelten ein gutes und geschwisterliches Miteinander, das 2012 schließlich in die Fusion beider Gemeinden mündete.

(CF/MF)