Heimat- und Lepramuseum

Heimatmuseum

Im alten Pfründnerhaus gegenüber der St. Josefs-Kirche befindet sich auch das Kinderhauser Heimatmuseum.

Der Wandlung des Pfründnerhauses bis zu seiner heutigen Verwendung als Heimatmuseum ist eine besondere Ausstellung gewidmet. Als Werkhaus für Münsteraner Waisenkinder von Christoph Bernhard von Galen nach dem 30-jährigen Krieg errichtet, nutzte es die Stadt Münster später als Armenhaus.

Bilddokumente und Original-Exponate von der Neugotik bis zur Neuzeit geben Einblicke in die Geschichte der jetzigen Kirchengemeinde St. Josef-Kinderhaus und ihrer Pfarrkirche, beginnend in der Zeit des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen im 17-ten Jahrhundert bis zur Pfarrerhebung 1908. 

Eng verbunden mit der Kirche ist ein sogenannter „Reliquiengarten", eine Reliquiensammlung, die Jahrzehnte in der Turmhaube der St. Josefs-Kirche schlummerte und aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die Schulvikarie wurde 1673 gegründet. Ein historisches Klassenzimmer wird gerne von Schulklassen als Anschauung früherer Schulkultur genutzt. In der Fotosammlung findet sich mancher Kinderhauser auf alten Klassenfotos wieder.

Dokumente, Pläne und das Modell der "Höltenen Schluse" am Max-Clemens-Kanal zeugen von dem Ehrgeiz der Fürstbischöfe Clemens-August von Wittelsbach und Maxilillian-Friedrich von Königsegg-Rothenfels im 1. Jahrhundert. Im oberen Veranstaltungsraum befindet sich eine interessante Sammlung von Luftbildern ab dem Jahr 1930 bis heute, auf denen man die Siedlungs- und Straßengeschichte von Kinderhaus anschaulich verfolgen kann.

Trauraum

Ein Trauraum bietet sich für eine standesamtliche Trauung mit anschließender kirchlicher Trauung in der St. Josefs-Kirche an. Weitere Informationen, auch zu Führungen, unter www.heimatmuseum-kinderhaus.de und Tel. 0251 / 211609.

 

Lepramuseum

Im gleichen Haus, rund 5 km nördlich der Altstadt, liegt das frühere Leprosenhaus Münsters: Kinderhaus. Schon die älteste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens aus dem Jahre 1332 steht in Zusammenhang mit diesem Heim für Leprakranke: "domus leprosorum dicte tor Kinderhus", dies bedeutet: Haus der Leprosen genannt zu Kinderhaus. Der Name bezieht sich auf "die armen Kinder Gottes", wie die Leprosen im Mittelalter auch genannt wurden.

Damals war die Lepra in Mitteleuropa weit verbreitet. In Kinderhaus wurden die leprakranken Bürger der Stadt Münster isoliert und von den Gesunden abgesondert. Hier erhielten sie Nahrung, aber auch geistliche Betreuung.

Udo von der Tinnen, ein münsterscher Bürger, hatte bald nach 1326 das Gut Idenbrock nördlich von Münster gestiftet, auf dessen Grund bis 1333 das Leprosiorium erbaut wurde. Münsterische Bürger sorgten durch Almosen, Legate und Stiftungen für einen Teil des Unterhaltes der Heiminsassen.

Derartige Leprosenhäuser gab es praktisch in allen mitteleuropäischen Städten. Allein im deutschsprachigen Raum lassen sich über 1.000 solcher Einrichtungen nachweisen. Mit dem Rückgang der Lepra im 16./17. Jahrhundert wurden diese Einrichtungen zu anderen Zwecken (Isolierstationen, Armenhäuser, Hospitäler) genutzt oder gingen unter. 

Das ehemalige münstersche Leprosenhaus ist in seinen wesentlichen Teilen erhalten und beherbergt heute unter anderem das Lepramuseum. (www.lepramuseum.de