Gemeinde-Geschichte(n)

Dieses alte Kinderhauser Bild von 1650 zeigt links die hl. Elisabeth, rechts die hl. Gertrud und in der Mitte einen Leprakranken. Im Hintergrund ist der Turm der Kinderhauser Kirche zu erkennen.

Das Bild hat wahrscheinlich zunächst in der St. Josefs Kirche über einem Altar gehangen, später kam es dann ins Leprosenhaus. Pastor Bispink überließ es im Jahr 1911 dem Landesmuseum, wo es jetzt noch im Archiv aufbewahrt wird.

Die hl. Gertrud und die hl. Elisabeth waren die ersten Schutzpatrone von Kinderhaus. Gertrud wurde bei allen möglichen kleinen und großen Alltagsplagen um Hilfe gebeten - besonders bei Ungeziefer, wie z.B. Mäusen usw. So erklären sich auch die auf ihrem Stab abgebildeten Mäuse. Damals glaubte man, die Lepra würde durch Mäuse übertragen. Elisabeth galt im 14. Jahrhundert, als Kinderhaus gegründet wurde, als besondere Schutzpatronin der Kranken und Armen.

Das Bild zeigt, wie unsere Vorfahren ihr christliches Leben verstanden:  als ein Ineinander von Gottesliebe (Gertrud wendet sich Gott zu) und Nächstenliebe (Elisabeth wendet sich, den Leprakranken zu). Nächstenliebe ohne Verbindung zu Gott wird zum Aktionismus, Gottesliebe ohne Verbindung zum Mitmenschen wird zur Frömmelei. Diese Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe ist das Fundament jeden christlichen Lebens.