Caritative Angebote

Wie wir unseren Nächsten sehen und uns gegenseitig helfen

Zur Kernidentität von St. Marien und St. Josef gehört u. a. die ausdrückliche Option für die Menschen, die der besonderen Unterstützung bedürfen; darauf richtet sich das vierte Leitziel unserer Kirchengemeinde. Die im Herbst 2005 verabschiedete Sozialcharta ist konkreter Ausdruck dieser Option und wird in vielerlei Weise in unserer Gemeinde engagiert umgesetzt. Zum Ende des Jahres 2015 sind es 170 Männer und Frauen, die ehrenamtlich in den caritativen Diensten tätig sind. Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe unseres JB-5-Journals.

 

Wirken vor Ort – Unterstützung für Menschen in Kinderhaus und Sprakel

Kinderhaus und Sprakel sind schöne Stadtteile. Hier zu wohnen bietet eine Vielzahl von Vorzügen. Man wohnt zentrumsnah und doch im Grünen. Es gibt eine gute Infrastruktur sowie zahlreiche Angebote und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sportlicher, kultureller und kreativer Art für alle Altersgruppen. Beide Stadtteile sind geprägt von Lebendigkeit und Vielfalt sowie einem guten Miteinander. Das negative Bild, das Außenstehende vielfach von Kinderhaus zeichnen, können diejenigen, die hier vor Ort leben, nicht teilen.

Dennoch kann nicht übersehen werden, dass es neben den vielen, die gut leben, insbesondere in Kinderhaus auch Menschen gibt, die aus den unterschiedlichsten Gründen Not leiden. Es gibt zahlreiche, auch junge Menschen, die arbeitslos sind. Ungenügende Sprachkenntnisse bei Migranten und eine mangelhafte Ausbildung erschweren die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Es gibt arme Menschen. Familien und besonders alleinerziehende Mütter verfügen über zu wenig Geld, um beispielsweise ihren Kindern für den Schulstart die notwendige Ausstattung zu kaufen, mit ihnen ins Schwimmbad oder in den Zoo zu gehen oder gar in den Ferien zu verreisen. Ältere beziehen nur eine kleine Rente, die kaum ausreicht, die Existenz zu sichern. Es gibt einsame Menschen, besonders ältere, deren Partner verstorben ist und deren Kinder weit weg wohnen. Kommen Einsamkeit und Armut zusammen, ist es besonders schlimm.

Die damalige Kirchengemeinde St. Josef-Kinderhaus hat sich schon zu Beginn der 70er Jahre, als gerade die sogenannte "Schleife" (Brüningheide) gebaut wurde, die Unterstützung von Menschen in Not zum Ziel gemacht. Seitdem engagieren sich zahlreiche Menschen aus Kinderhaus und Sprakel ehrenamtlich in der Gemeindecaritas, im Sozialbüro, bei der Kinderhauser Arbeitsloseninitiative KAI e. V., im Kinderhauser SozialLaden "OBOLUS", in Ferienmaßnahmen, Besuchsgruppen, bei Seniorennachmittagen, weihnachtlichen Paketaktionen und anderem mehr.

Innerhalb des Stadtteils Kinderhaus arbeiten die kirchlichen sozialen Dienste eng zusammen mit der Emmausgemeinde; so ist zum Beispiel das Sozialbüro ein gemeinsames Angebot. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen, Einrichtungen und Angeboten wie mit KAI e.V., dem Begegnungszentrum Sprickmannstraße, der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes, der Beratungsstelle "Caritas vor Ort", den Schulen, den städtischen Ämtern und vielen Engagierten ist für ein vernetztes und wirksames Angebot von zentraler Bedeutung. Hier vor Ort ist dieses konkrete Miteinander sehr ausgeprägt und gelingt auf besonders gute Weise. Dieses breite Spektrum an sozialem Engagement erfordert eine breite finanzielle Basis. Gott sei Dank gibt es bereits viele Menschen in Münsters Norden, die durch ihre Bereitschaft, Geldmittel zu spenden die caritative Gemeindearbeit vor Ort ermöglichen und unterstützen.

Von den Geldern werden u. a. Lebensmittel gekauft, Lebensmittelscheine bezahlt, Schultornister für Schulanfänger ausgestattet, Ferienfreizeiten für Kinder unterstützt, Sprachförderkurse und Nachhilfe finanziert und der Unterhalt des Sozialen Kaufhauses OBOLUS mitgetragen.

Inzwischen ist breit bekannt, dass unsere caritativen Angebote sehr hilfreich sind und mit viel Engagement und Fachverstand getragen werden. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass anlässlich runder Geburtstage, bei Ehejubiläen, bei Beerdigungen und zu anderen Anlässen Spenden für die Gemeindecaritas zur Verfügung gestellt werden. Dafür sind wir sehr dankbar. Zweimal im Jahr nehmen es Frauen und Männer aus der Gemeinde auf sich, Menschen zu Hause aufzusuchen und um finanzielle Unterstützung für die caritative Arbeit im Stadtteil zu bitten. Alle Gelder, die von den Sammlerinnen und Sammlern an den Türen erbeten werden, bleiben in Projekten in Kinderhaus und Sprakel. Sie "WIRKEN VOR ORT"! - Für diese breite Solidarität bedanken wir uns ganz herzlich. Wer unabhängig davon eine Spende geben möchte, findet Überweisungsträger in der Pfarrkirche St. Josef, im Pfarrzentrum, im Pfarrbüro und in der Josef-Beckmann-Straße 5, dort, wo Sozialbüro und KAI e.V. zuhause sind. Die Kontoverbindungen für Spenden finden Sie auf unserer Homepage unter "Dafür setzen wir uns ein" - "Konten und Spenden". Spendenquittungen, die steuerlich geltend gemacht werden können, werden auf Wunsch über das Pfarrbüro ausgestellt. Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich gern an den Caritasvorstand: Prof. Dr. Ursula Tölle (Vorsitzende) Eva-Maria Herkt (stellv. Vorsitzende) und an Pfarrer Ulrich Messing.