Caritative Angebote

Verantwortungsvolles Handeln in der Gemeindecaritas

Hilfe muss organisiert werden, damit sie an der richtigen Stelle ankommt. Früher, in der archaischen Gesellschaft war Hilfe in den Stämmen immer eine, die sofort erforderlich wurde und auf Gegenseitigkeit beruhte. In der heutigen, hochkomplexen Gesellschaft der Postmoderne, also mehr als 2000 Jahre später, gibt es diese unmittelbare und wechselseitige Hilfe nur selten.

Wenn zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern zu wenig Geld zum Leben hat, dann ist ihr nicht geholfen, ihr einfach nur Geld zu geben. Um tatsächlich die Probleme ihres Lebens längerfristig zu lösen, braucht sie möglicherweise Hilfe für die Erziehung, die Kinder brauchen Hilfe in der Schule; sie selbst braucht einen Schulabschluss, später einen Ausbildungsplatz und Arbeit, um ihre Gesundheit und um die der Kinder muss man sich ebenso kümmern wie um eine gute Organisation ihres häuslichen Alltags. All diese Hilfen müssen koordiniert werden, wenn sie wirklich zum Ziel führen sollen.

Ehrenamtliche Caritas einer Kirchengemeinde hat nicht die Aufgabe, dies zu tun, dafür gibt es Fachdienste, wohl aber, sich mit anderen Hilfsdiensten zu vernetzen und sich mit ihren Möglichkeiten einzubringen. So ist z.B. der Lebensmittelschein ein Beitrag in akuten Notlagen; die Nachhilfe unterstützt die Kinder und die Beratung stärkt und begleitet die Mutter.

Innerhalb der Caritas von St. Marien und St. Josef müssen also auch die ehrenamtlichen Hilfen organisiert und aufeinander abgestimmt werden. Dies ist eine Aufgabe des Caritasvorstandes, in dem 10 gewählte Vertreter/innen aus den caritativen Gruppen, dem Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand zusammenarbeiten. Sie übernehmen die Verantwortung dafür, dass die Spendengelder der Gemeinde, die dank der großen Spendenbereitschaft recht hoch sind, richtig eingesetzt werden. Der Caritasvorstand ist sozusagen die Steuerungszentrale für die gemeindliche Caritas in der Gemeinde.

November 2012, Ursula Tölle

 

Armut macht krank

Armut ist ein Thema in Deutschland und besonders auch in Kinderhaus und Sprakel. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, der Niedrig-Lohnsektor wächst, die Mittelschicht schrumpft. Jeder sechste in Deutschland ist von Armut betroffen. Das betrifft vor allem Arbeitslose und Alleinerziehende. Auch in unserer Gemeinde sind wir in zunehmendem Maß konfrontiert mit Not in ganz verschiedener Ausprägung und müssen uns damit auseinandersetzen. Die Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes hat es auf den Punkt gebracht: "Armut macht krank - Jeder verdient Gesundheit". Dabei zeigt sich die krankmachende Armut in sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten:

  • Wir erleben immer mehr Kinder und Jugendlichen, die in den Ferienfreizeiten keine richtige Kleidung dabei haben. Wenn es dann tagelang regnet, haben diese Kinder wenige Sachen zum Wechseln dabei und werden schneller krank.

  • Die Ernährung ist in manchen Familien schwierig, weil das Geld fehlt. Frische Produkte und Obst kommen seltener auf den Essensplan oder fallen gar ganz aus.

  • In der Arbeitslosigkeit ist es schwierig, etwas Zusätzliches für die Gesundheit zu tun. Mancher Sport oder auch nur ein Hallenbadbesuch müssen bezahlt werden.

  • Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung haben manchmal keine Krankenversicherung und müssen dann auf die Malteser Migranten Medizin ausweichen.

Gott sei Dank hilft in all diesen Fällen unserer Caritas. Die Hilfe reicht von einem Lebensmittelgutschein, einer Weitervermittlung zu anderen Diensten und Einrichtungen bis zu einem offenen Ohr für die Probleme und Sorgen der Ratsuchenden. Herzlich Danke ich allen, die sich in unserer Caritas engagieren und Menschen Hilfe und Trost bieten. Gleichzeitig hoffe ich auf Ihre Unterstützung, damit Menschen in unserer Gemeinde durch Armut nicht krank werden, weil jeder und jede Gesundheit verdient.

November 2012, Ulrich Messing, Pfarrer